Toulouse, Frankreich – Testia, ein Unternehmen von Airbus, feiert sein 35-jähriges Bestehen.Das Unternehmen ging 1991 aus einer Kooperation zwischen dem Airbus-Vorgänger Aérospatiale, dem Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsdienstleister Bureau Veritas sowie dem Luftfahrtpionier Sogerma hervor. Die drei Partner vereinte ein gemeinsames Ziel: zerstörungsfreie Prüfung (ZfP / NDT) in der Luft- und Raumfahrt aus verschiedenen Blickwinkeln neu zu denken.
„Vor fünfunddreißig Jahren startete Testia in Frankreich mit gerade einmal elf Pionieren. Heute arbeiten mehr als 600 Fachkräfte an 18 Standorten weltweit zusammen“, sagt Emmanuel Bodin, seit Mitte 2026 CEO der Testia Group. „Im Zentrum unseres Wachstums stand dabei immer dieselbe Mission: als Experten für Luft- und Raumfahrtinspektion zur Flugzeugsicherheit beizutragen.“
Testias ganzheitlicher End-to-End-Ansatz war ein bewusster Bruch mit den Marktstandards der frühen 1990er-Jahre. „Als wir 1991 den Betrieb aufnahmen, konzentrierten sich die meisten Anbieter nur auf Teilaspekte der Wertekettein der Inspektionsbranche – etwa ausschließlich auf Schulungsangebote oder ausschließlich auf das Durchführen von Inspektionen“, erinnert sich Didier Simonet, der die Entwicklung des Unternehmens von Beginn an begleitet hat. „Unser Ziel war von Anfang an eine anderes: Wir wollten Silos aufbrechen und unsere Kunden über den gesamten operativen Lebenszyklus ihrer Strukturen und Flotten hinweg begleiten.“
Heute deckt das Unternehmen das gesamte Leistungsspektrum für Inspektionsdienstleistungen in der Luft- und Raumfahrt ab: von der Qualifizierung von Inspektoren und der durchführung von Inspektionen, über Engineering-Consulting bis hin zu proprietären Prüfwerkzeugen und dem vollständigem Flottenmanagement für Prüfequipment.
Ganzheitlich ausgebildet: Prüfkompetenz für heute und morgen
Kunden ganzheitlich zu unterstützen, bedeutete von Anfang an mehr als nur das Durchführen von Inspektionen. “Mit Inspektionseinsätzen vor Ort können wir kurzfristige Engpässe beim Kunden zuverlässig abfedern. Dauerhaft handlungsfähig bleibt ein Betrieb jedoch nur mit eigenen Prüfkapazitäten”, betont Fabrice Quarante, Global Head of Training bei Testia. „Deshalb war die Aus- und Weiterbildung von Inspektionsteams von Beginn an Bestandteil unseres Leistungsspektrums.“
In den vergangenen 35 Jahren hat Testia sein Netzwerk zertifizierter Ausbildungszentren kontinuierlich erweitert. Heute betreibt das Unternehmen sechs Trainingszentren in Europa, Amerika und im asiatisch-pazifischen Raum und hat branchenweit bereits mehr als 25.000 ZfP-Inspektorinnen und -Inspektoren geschult und zertifiziert – unter anderem bei Airbus Commercial, Airbus Helicopters und Airbus Defence & Space, sowie bei Tier-1-Zulieferern und globalen Fluggesellschaften.
Über die formalen Zertifizierungsvorgaben hinaus lag der Fokus stets darauf, die vorgeschriebenen Lehrinhalte und Qualifizierungswege möglichst praxisnah zu vermitteln. „Als Schulungsanbieter bringen wir die strengen regulatorische Auflagen mit der täglichen Arbeitsrealität des Prüfpersonals in Einklang“, so Quarante. Er verweist auf die hauseigene NDT Cadet Academy, die einen beschleunigten Ausbildungsweg zur ZfP-Qualifizierung.ermöglicht. „Als wir das Programm ins Leben gerufen haben, war das ein völlig neuartiger Ansatz. Die positive Resonanz hat uns aber gezeigt, wie dringend dieses Angebot gebraucht wird.”
Mit der Weiterentwicklung von Flugzeugwerkstoffen und Prüftechnologien wurden die Lehrpläne kontinuierlich ausgeweitet, um Fachkräfte auch auf zukunftsweisende Verfahren wie das Structural Health Monitoring (SHM) vorzubereiten. „Regulatorische Vorgaben zu erfüllen, ist das absolute Fundament unserer Arbeit. Inspektiorinnen und Inspektoren zu befähigen heißt jedoch auch, sie auf den technologischen Wandel vorzubereiten“, ergänzt Quarante. „Indem wir moderne Prüfmethoden frühzeitig vermitteln, geben wir Teams die nötige Sicherheit für kommende Anforderungen.“
Globale Prüfdienstleistungen für eine weltweit agierende Industrie
Neben der Aus- und Weiterbildung sind auch Inspektionsdienstleistungen seit 1991 ein zentraler Bestandteil von Testias Leistungsportfolio. Um Kunden flexibel zu unterstützen, prüfen Testias Inspektionsspezialisten sowohl in eigenen Laboren als auch direkt in den Werken von Tier-1-Zulieferern sowie auf Endmontagelinien (FAL). Für Laurent Paris, Geschäftsführer von Testia Frankreich, ist genau diese weltweite Nähe entscheidend: „Die Luft- und Raumfahrt ist eine durch und durch globale Industrie. Unsere Kunden operieren weltweit, daher haben wir auch unsere Inspektionskapazitäten international ausgebaut.“
Diese wachsende internationale Präsenz bietet Kunden entscheidende Vorteile: Sie stellt sicher, dass Einsätze stets nach den jeweils geltenden lokalen Standards erfolgen und Testia flexibel in weltweite Kundenprogramme eingebunden werden kann. „Als wir Airbus Atlantic beim A220-Programm unterstützt haben, dachten wir zunächst, die unterschiedlichen Zeitzonen seien unsere größte Hürde“, berichtet Paris. Stattdessen erwiesen sie sich als entscheidender Vorteil: „Aufgrund der Zeitverschiebung konnten wir einen unterbrechungsfreien 24-Stunden-Workflow aufbauen: Tagsüber erfolgte die Datenerfassung vor Ort in Frankreich, nachts die Analyse in Mexiko. Bei Dienstantritt des französischen Frühschicht-Teams am nächsten Morgem lagen bereits die validierten Berichte vor.“ Dieses Projekt verdeutlicht für Paris den praktischen Nutzen weltweiter Skalierung: Sie ermöglicht es, Inskeptionsaufträge zeitlich maximal effizient abzuwickeln und Ausfallzeiten auf ein Minimum zu reduzieren – bei planmäßigen Wartungsarbeiten ebenso wie bei akuten Qualitätskrisen.
Dieses Netzwerk über 35 Jahre hinweg international auszubauen, diente dabei einem klaren Ziel: Flugsicherheit überall dort zu gewährleisten, wo Geräte und Bauteile für Luft- und Raumfahrt gebaut oder gewartet werden. „Zu sehen, wie unsere Prüfarbeit weltweit zur Flugsicherheit beiträgt, verleiht unserer Tätigkeit einen echten Sinn“, berichtet Régis Pensalfini, Spezialist für Multi-Methoden-ZfP und Metrologie. Er ist seit 1991 bei Testia und hat das Wachstum des Unternehmens von Beginn an miterlebt. „Jede Prüfung und jede Inspektion hat direkte Auswirkungen. Dass Kunden weltweit unseren Befunden uneingeschränkt vertrauen, erfüllt mich mit großem Stolz.“
Vom Inspektionsdienstleister zum strategischen Engineering-Partner
Neben Fachkräftequalifizierung und globalem Kapazitätsaufbau verstand sich Testia immer auch als technischer Sparringspartner. Um das Jahr 2000 baute das Unternehmen dieses Profil weiter aus – und erweiterte sein Portfolio um Level-3-Dienstleistungen und Engineering-Consulting. Damit schloss sich der Kreis zwischen Prüfservice, Fertigungsqualität und Engineering über Airbus-Programme und die gesamte Branche hinweg.
„Ab diesem Zeitpunkt waren wir mehr als ein rein operativer Dienstleister“, betont Astrid Charnet, Global Head of Engineering Services. „Wir übernehmen Verantwortung für Qualitätsmanagementsysteme, Prozessqualifizierungen und regulatorische Rahmenbedingungen – genau das macht uns zu einem Partner auf Augenhöhe.“
Heute begleiten Testias Ingenieure und Level-3-Spezialisten Kunden in der gesamten Luft- und Raumfahrt: Sie erstellen Machbarkeitsstudien, unterstützen bei der Lieferantenqualifizierung und definieren für Fertigungsteams jene Strukturen, die nötig sind, um Konformität gewährleisten und Qualität von Tag eins an sicherzustellen.
Wegweisende ZfP-Tools direkt aus der Prüfpraxis
Durch die enge Zusammenarbeit mit Prüfern und Ingenieuren aller Qualifikationsstufen in den ersten 15 Jahren des Bestehens gewann Testia unmittelbare Einblicke in die täglichen betrieblichen Herausforderungen. „Die enge Zusammenarbeit mit den Inspektorinnen und Inspektorenl hat uns dazu inspiriert, neuartige Produktlösungen zu entwickeln, um Herausforderungen im Inspektionsalltag zu begegnen“, blickt Guillaume Ithurralde, Head of Technology & Product Lines bei Testia, zurück. 2005 brachte das Unternehmen mit MoiréView, einem2-in-1-Tool zur Auswertung von Dellen, sein erstes in Eigenentwicklung entstandenes Produkt auf den Markt. Es folgten weitere Lösungen wie die hochauflösenden Laser-Profilometer LineView und ScratchView.
Heute umfasst das Portfolio Hard- und Softwaretools sowie schlüsselfertige, standardisierte und kundenspezifische Prüfsysteme. „Unsere größte Stärke liegt im direkten Austausch mit den Inspektoren vor Ort und der Nähe zur Airbus-Lieferkette“, erklärt Ithurralde. „Sie ermöglicht es uns, bei der Produktentwicklung schnell, gezielt und praxisnah auf neue Anforderungen einzugehen.“
Mit Blick auf die Smart-UE1-Plattform und Go/No-Go-Prüfwerkzeuge verweist er darauf, wie Geräte, die täglich auf den Fertigungslinien von Airbus, bei Zulieferern und Fluggesellschaften im Einsatz sind, der gesamten Industrie dabei helfen, sich zukunftssicher aufzustellen. „Der ZfP-Sektor in der Luft- und Raumfahrt steht vor einem Mangel an qualifizierten und zertifizierten Fachkräften. Unsere Lösungen tragen dazu bei, die Auswirkungen dieser Personalknappheit abzufedern.“ Intelligente Prüfwerkzeuge steigern laut Ithurralde nicht nur die Effizienz der Inspektionsteams. Sie ermöglichen es auch nicht-zertifiziertem Personal, unter definierten Bedingungen spezifische und standardisierte Routineprüfungen sicher durchzuführen – ohne Abstriche bei Konformität oder Sicherheit. Das entkoppelt einfache Routineprüfungen von hochqualifiziertem Personal und verhindert Engpässe vor Ort.
Prüfmittelmanagement sichert die Einsatzbereitschaft im laufenden Betrieb
Regulatorische Vorgaben der Luftfahrt schreiben vor, dass ZfP-Geräte regelmäßig überprüft, kalibriert und gewartet werden müssen, um die Einsatztauglichkeit zu sichern. Daher bietet Testia bereits seit 1999 periodische Verifizierungen an. „Weil wir für unsere eigenen Einsätze mehr als 2.000 Prüfgeräte verwalten, kennen wir den logistischen und normativen Aufwand hinter einsatzbereiter Messtechnik genau“, sagt Nicolas Fournier, Global Head of Services and Regional Development bei Testia. „Durch unsere tägliche Inspektionspraxis haben wir zudem einen objektiven Überblick darüber, welche Werkzeuge am Markt existieren und was sie leisten.“
2026 machte Testia dieses Know-how dem Markt direkt zugänglich, um Kunden aus der Luft- und Raumfahrt bei der Optimierung ihres Prüfmittelmanagements zu unterstützen. „Testia hatte bereits Erfahrung darin, mehr als 2.000 eigene Prüfgeräte zu verwalten. Daher wissen wir genau, welcher Aufwand hinter einem einsatzbereiten Gerätepark steckt“, sagt Nicolas Fournier, Global Head of Services and Regional Development bei Testia. „Die tägliche Arbeit in der Praxis verschafft uns zudem einen objektiven Marktüberblick über verfügbare Tools und deren Leistungsfähigkeit.“
Seit 2026 macht Testia dieses Know-how dem Markt direkt zugänglich, um Luftfahrtkunden bei der Optimierung ihres Gerätemanagements zu entlasten. „Kunden diese Aufgabe abzunehmen, befreit sie von erheblichem logistischem Aufwand“, erklärt Fournier. „In der Luftfahrt geht es letztlich um Präzision, Planbarkeit, Sicherheit und kompromisslose Verlässlichkeit. Unser Ziel als Servicepartner ist es, Kunden dabei zu unterstützen, indem wir sicherstellen, dass ihnen die benötigten Werkzeuge jederzeit einsatzbereit zur Verfügung stehen.“
Für die französische Instandhaltungsbehörde DMAé (Direction de la maintenance aéronautique) betreut Testia über einen Zeitraum von sieben Jahren mehr als 2.200 ZfP-Geräte. Der Auftrag umfasst das vollständige Prüfmittelmanagement sowie die regelmäßige Verifizierung von Beständen des französischen Heeres, der französischen Luftwaffe und der Marine.
Supporting critical industries through future challenges
“Testia has been part of aerospace for 35 years,” says CEO Emmanuel Bodin. “Operating in this environment leaves no room for compromise on precision and safety. Over the decades, Testia has brought that same level of scrutiny to other industries where failure is not an option. That means looking beyond the component itself to understand each customer’s broader operational realities and challenges – and providing end-to-end support at every step”.
This approach remains essential as inspection demands evolve. As Bodin puts it: “We look forward to continuing this journey with our partners and clients. Whether adopting advanced materials or automated testing, our focus does not change: we continue to deliver the end to end absolute reliability they expect from us.”